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Urkunde des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. vom 27. März 1666
 
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1 Wir Friderich Wilhelm von Gottes
2 gnaden, Marggraff zu Brandenburg, (des) Heiligen
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Römischen Reichs Ertz Cämmerer und Churfürst, in Preüssen,

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zu Magdeburg, Jülich, Cleve, Berge, Stettin, Pommern, der

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Cassuben und Wenden, auch in Schlesien zu Crossen und

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Jägerndorff Hertzog, Burggraff zu Nürnberg, Fürst zu Halber-

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stadt, Minden und Camin, Graff zu der Marck und Ravenßberg,

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Herr zu Ravenstein, und der Lande Lawenburg (?) und Bütau,

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Uhrkunden und geben hirmit Jedermänniglichen, Jnson-

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derheit aber, denen daran gelegen, in gnaden Zuvernehmen (?),

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Waß maßen Unß, Unser Vasall und lieber getreüer Heinrich

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Scharff, unterthänigst fürbringen lassen, dass in seiner

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Minder-Jährigkeit, sein Väterliches Magdeburgisches Lehen,

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Trenck genant, von Acht (?) Huben, nebenst noch zwo Huben

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in der Wilckey, bey gehaltener Schicht und Theilung, sei-

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ner Stiefmutter, alß Cölmisch und Allodial, von den

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Vormündern were bezahlet worden. Dannenhero er

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dann, auf den fall, da er ohne Erben abgehen sollte, eine

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gewisse Disposition von diesen Magdeburgischen Huben,

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krafft Unsers vorhergangenen gnädigsten Consensus de

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Anno 1656, den 6. Novembris, auffgesezet.

   
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Damit aber auf solchen fall alle Irrung und mißver-

   
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stände, Zumahle Zwischen den Testaments-Erben, und

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seinen zwo Halb-Schwestern, verhütet werden, Alß (?)

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hat er Unß unterthänigst gebeten, Wir geruheten,

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in erwegung obigen verlaufs, Und dass auß seinem

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Culm, diese Huben von neüen gezahlet, und dadurch

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seine Halb-Schwestern bereits ein mehrers (?), alß was

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nach den Magdeburgischen Rechten, auß diesem Lehen,

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ihnen bey der Theilung gebühret hette, von ihrer Mutter

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....iret und wirklich empfangen, nicht allein, die

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vorbesagte Huben, gleich seinen anderen Gütern zu

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Cöllmischen Rechten zuverändern, Sondern auch gnädigst

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zu erklären und krafft dieses zuverstatten, daß Seine

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vorhin über ieztermelte (?) Huben, Besonders die den 1. De-

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cembris Anno 1665, gemachte Disposition, so gültig

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und kräfftig (?) erkant und gehalten werden sollte, alß

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wenn zur selbigen Zeit das Lehen Gut schon Cölmisch

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gewesen were.      Demnach so wollen Wir

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hirmit auß Höchster Landessfürstlichen Vollkommenheit

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und Ober Herrschafft, diese Acht (?) Huben, Trenck genant, nebst

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denen zwo Huben in der Wilckey, von der Lehenschafft be-

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freyet, und unß Unsers daran habenden Rechtens, in gna-

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den und wollwissentlich begeben, Auch obbenanten

   
   
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Heinrich Scharfen, solches sein Gut, Trenck, und die zwo

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Huben in der Wilkey, forthin alß ein Cölmisches Gut, zu-

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besitzen, und in freyer disposition zu a(d)ministriren, oder

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auch zu vereüßern, hirmit verschrieben haben.

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Daneben erklären und dispensiren Wir auch krafft dieses

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gnädigst, auß Höchster Obrigkeitlicher macht, dass seine, we-

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gen dieser Huben gemachte Disposition, So ferne er nicht

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selbst dieselbe revociret und seinen willen endert, unge-

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achtet selbe damahls, noch Magdeburgisch Lehen gewesen,

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izo nach dieser Unserer außgegebenen Verschreibung, glei-

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cher Krafft, würde und gültigkeit seyn solle, alß wann

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Zur Zeit der Disposition Sie schon die Natur eines Cölmi-

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schen Gutes, gehabt hetten.

   
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Uhrkündtlich haben Wir diese Verschreibung eigenhändig

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unterschrieben, und Unser Churfürstliches Gnaden Siegell

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darunter zudrucken anbefohlen; So geschehen in Unserm

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Schlosse Cleve, den Sieben und Zwanzigsten Marty; Anno

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Ein Tausend, Sechshundert Sechß und Sechzig ./.

63 Friederich Wilhelm
 
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